Ein Grossformat-Plotter kostet ein Vielfaches eines Büro-Farbdruckers, und der Aufpreis steckt nicht im Gehäuse. Dieser Beitrag zeigt anhand der Herstellerangaben von HP, was im HP DesignJet T2600 und im DesignJet Z9+ steckt, welche Funktionen den Preis treiben und für wen sich die Anschaffung gegenüber einem A3-Drucker oder einem Plot-Dienstleister lohnt.
Was die beiden Geräte sind
Der DesignJet T2600 ist ein Multifunktionsgerät: Er druckt, kopiert und scannt. HP führt die Serie als 36-Zoll-Modell mit einer Rollenbreite von 914 mm, das genügt für ein Blatt im Format A0. Es gibt ihn mit einer Rolle oder in der dr-Ausführung mit zwei Rollen, zwischen denen das Gerät selbständig wechselt. Er richtet sich an Büros, die Pläne selbst ausgeben.

HP DesignJet T2600DRPS - 36, bis 914mm A0, USB 2.0, LAN, PostScript19'845.48 CHF inkl. MwStauf BestellungZum Produkt
Bilder: HP DesignJet T2600DRPS - 36, bis 914mm A0, USB 2.0, LAN, PostScript (16)
HP DesignJet T2600PS - 36, bis 914mm A0, USB 2.0, LAN, PostScript14'156.56 CHF inkl. MwStauf BestellungZum ProduktBilder: HP DesignJet T2600PS - 36, bis 914mm A0, USB 2.0, LAN, PostScript (16)
Der DesignJet Z9+ ist dagegen ein Fotodrucker für 44 Zoll, also 1’118 mm Rollenbreite. HP nennt als Einsatzgebiete Fine Art, professionelle Fotografie und hochwertige Verkaufsdisplays. Er ist kein Plotter für Linienzeichnungen, sondern ein Farbsystem mit neun Tinten.
Bilder: HP DesignJet Z9+DRPS 44 2xRollen 1118mm A0, USB 2.0, LAN, PostScript (14)
Thermal Inkjet: Warum der Druckkopf zählt
Beide Geräte arbeiten mit der HP Thermal Inkjet Technologie. Bei diesem Verfahren erhitzt ein winziges Heizelement in der Düse einen Teil der Tinte so stark, dass eine Dampfblase entsteht und einen Tropfen auf das Papier drückt. Das Prinzip ist einfach, die Umsetzung nicht: Ein Druckkopf mit sehr vielen solchen Düsen muss jeden Tropfen genau platzieren, und das über die ganze Breite einer Rolle. Der T2600 setzt Tropfen von 6 Pikolitern für die Farben und 9 Pikolitern für das mattschwarze Schwarz. Die höchste Farbauflösung gibt HP mit 2’400 x 1’200 optimierten dpi an. Das Wort optimiert ist wichtig: Die Angabe ist nicht mit einer Zahl von Düsen pro Zoll gleichzusetzen.
Druckköpfe sind Verschleissteile. HP warnt selbst, dass fremde Tinten häufige Druckkopfwechsel auslösen könnten. Das ist aus Sicht des Herstellers ein Argument für Originaltinte. Für Sie bedeutet es: Der Druckkopf ist ein wiederkehrender Posten, den Sie in die Kalkulation aufnehmen sollten.
Tinte: Pigment oder Farbstoff
Hier unterscheiden sich die beiden Modelle deutlicher, als die Namen vermuten lassen. Der T2600 nutzt laut HP Farbstofftinten für Cyan, Magenta, Gelb, Grün und Fotoschwarz und nur für das mattschwarze Schwarz eine Pigmenttinte. Farbstofftinten liefern leuchtende Farben und feine Linien auf Plan-Papier. Pigmenttinten gelten als lichtbeständiger, weil die Farbteilchen auf dem Papier bleiben, statt in die Fasern zu ziehen.

Der Z9+ verwendet dagegen pigmentbasierte HP Vivid Photo Inks mit RGB-Farben. Für diese Tintenklasse nennt HP Haltbarkeitswerte des Prüflabors Wilhelm Imaging Research: Bei dunkler Lagerung auf HP Bright White Inkjet Paper erreichen Drucke mit Pigmenttinte die Einstufung Greater Than 200 Years. Für die Bürotinte der T-Modelle verweist HP auf den Standard ISO 11798 für Dauerhaftigkeit von Drucken.
Mehr Tinten kosten Geld und Zeit. Der Z9+ besitzt neun Tinten und optional einen Glanzverstärker, die Z6-Modelle mit sechs Tinten sind schneller. HP nennt für den Z9+ auf Glanzpapier 4,5 Quadratmeter pro Stunde, für den Z6 mit 44 Zoll sind es 9,7. Die Kartuschen fassen 300 ml, beim T2600 gibt es sie auch mit 130 ml.
Scanner und PostScript: Zwei Funktionen, die kosten
Was der Scanner im Preis bedeutet, zeigt der Vergleich der Baureihen T1600 und T2600. Beide drucken mit bis zu 180 A1/D-Drucken pro Stunde, beide stapeln Drucke. Der Unterschied liegt im eingebauten Scanner und darin, ob der Adobe PDF Print Engine enthalten ist.

| Modell | Breite | Scanner | Adobe PDF Print Engine |
|---|---|---|---|
| DesignJet T1600 Plus Edition | 36 Zoll | nein | nein |
| DesignJet T1600 PostScript | 36 Zoll | nein | ja |
| DesignJet T2600 PostScript | 36 Zoll | ja | ja |
| DesignJet Z9+ PostScript | 44 Zoll | nein, dafür Spektralfotometer | ja |
Der Scanner ist kein Flachbettgerät. HP beschreibt einen geraden Papierweg für Blätter und Kartonoriginale, die Vorlage läuft also durch das Gerät. Dazu kommt Software: Zeichnungen lassen sich am Bedienfeld direkt in die HP-Plattform Build Workspace scannen, und HP gibt an, die KI-gestützte Umwandlung in bearbeitbare CAD-Daten spare bis zu 80% Zeichenzeit. Das ist eine Herstellerangabe, die wir nicht geprüft haben.
PostScript und der PDF-Druck sind eine eigene Software-Ebene. Beim T2600 führt HP ein PostScript/PDF-Upgrade-Kit als Zubehör auf. Daran sieht man, dass die Funktion einzeln zu haben ist und nicht in jedem Gerät steckt. Wer Dateien aus Grafik- und CAD-Programmen druckt, sollte beim Kauf darauf achten, dass PostScript enthalten ist.
Farbkalibrierung: Das Messgerät im Drucker
Beim Z9+ misst ein eingebautes Spektralfotometer die Farben selbst. HP schreibt dazu: Automatic color calibration, no manual measuring. In den Fussnoten nennt HP ein Messgerät der Marke X-Rite. Für Fotografen und Druckvorstufen ist das der entscheidende Punkt: Der Drucker stellt sich auf Papier und Tinte ein, ohne dass jemand ein Handmessgerät bedienen muss.
Vergleich mit A3-Drucker und Plot-Dienstleister
Ein A3-Drucker ist für Pläne in Originalgrösse zu klein. Sie müssen verkleinern oder Teilblätter zusammenkleben, und eine Rolle wie beim DesignJet gibt es nicht. Ein A3-Gerät ist günstig in der Anschaffung, ersetzt aber keinen Plotter.
Ein Plot-Dienstleister nimmt Ihre Daten und liefert den Druck. Das lohnt sich bei seltenem Bedarf. Bei häufigem Bedarf kommen Wartezeit, Versandweg und der Datenschutz dazu, denn vertrauliche Pläne verlassen das Haus. Ein eigenes Gerät schafft laut HP bis zu 180 A1/D-Drucke pro Stunde, das 24-Zoll-Modell T210 für Heim- und Kleinbüros kommt laut HP auf 59 Drucke im Format D.
Die laufenden Kosten sind der zweite Teil der Rechnung. Tinte, Druckköpfe und Papier fallen bei jedem Druck an, und HP weist darauf hin, dass fremde Tinten zwar weniger pro Liter kosten, aber Druckköpfe häufiger wechseln lassen können. Rechnen Sie darum die Kosten pro Plan, nicht nur den Gerätepreis.
Für wen sich die Anschaffung lohnt
Der T2600 lohnt sich für Architektur-, Planungs- und Ingenieurbüros, die täglich Pläne drucken und gelegentlich Papierzeichnungen digitalisieren müssen. Die Doppelrolle erspart das Wechseln zwischen zwei Papieren. Der Z9+ passt zu Fotostudios, Galerien und Agenturen, die Farbtreue brauchen und Drucke verkaufen. Für ein Büro, das nur wenige Pläne im Monat braucht, bleibt der Plot-Dienstleister die einfachere Lösung.

Zur Herkunft des Preises gehört eine Einschränkung: Die hier verwendeten Herstellerseiten nennen weder Entwicklungs- noch Fertigungskosten. Dieser Beitrag beschreibt, was die Geräte können und welche Bauteile und Funktionen dahinterstehen, nicht was einzelne Teile kosten.
Häufige Fragen
Kann der DesignJet T2600 auch scannen?
Ja. Er druckt, kopiert und scannt. HP beschreibt einen geraden Papierweg für Blätter und Kartonoriginale, die Vorlage läuft also durch das Gerät.
Wie breit sind die Rollen von T2600 und Z9+?
Der T2600 ist ein 36-Zoll-Modell mit 914 mm, der Z9+ ein 44-Zoll-Modell mit 1'118 mm Rollenbreite.
Sind die Tinten Pigment oder Farbstoff?
Beim T2600 sind die Farben Farbstoff und nur das mattschwarze Schwarz ist Pigment. Der Z9+ nutzt pigmentbasierte Vivid Photo Inks.
Wozu dient das Spektralfotometer im Z9+?
Es kalibriert die Farben automatisch, ohne dass von Hand gemessen werden muss.
Lohnt sich ein eigener Plotter gegenüber einem Plot-Dienstleister?
Bei häufigem Bedarf und vertraulichen Plänen oft ja. Bei wenigen Plänen im Monat ist der Dienstleister einfacher.
Quellen
- HP DesignJet T2600 36-in PostScript Multifunction Printer Plus Edition - Build Connected, HP Inc., abgerufen am 09.10.2026
- HP DesignJet Z6 and Z9+ PostScript Printer Series Plus Edition, HP Inc., abgerufen am 09.10.2026
- HP DesignJet ink and media, HP Inc., abgerufen am 09.10.2026
- HP DesignJet T1600 and T2600 Plotter Series Plus Edition, HP Inc., abgerufen am 09.10.2026
- HP DesignJet technical plotters, HP Inc., abgerufen am 09.10.2026
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