Eine LED-Wand wie die Samsung The Wall All-in-One kostet ein Vielfaches eines gewöhnlichen Bildschirms gleicher Grösse. Dieser Beitrag erklärt anhand von Herstellerangaben und Fachpresse, woher der Preis kommt, wie die Alternativen aussehen und wann sich die Investition lohnt.
Was Sie bei der All-in-One-Serie kaufen
Auf der ausgewerteten Samsung-Seite wird The Wall All-in-One nur in zwei Grössen und zwei Auflösungen angeboten. Das kleinere Gerät misst 110 Zoll und hat einen Pixelabstand von 1,26 mm. Das grössere misst 146 Zoll und gibt es als 2K-Version mit 1,68 mm sowie als 4K-Version mit 0,84 mm Pixelabstand. Die Steuerung ist ins Gehäuse integriert, dazu gehören laut Samsung Wandhalterungen, Lautsprecher und Dekor-Rahmen.

Samsung IAB 146 4K All in One LED 146 All in One LED Wall 0.84mm / 4K134'244.25 CHF inkl. MwStauf BestellungZum Produkt
Bilder: Samsung IAB 146 4K All in One LED 146 All in One LED Wall 0.84mm / 4K (22)
Samsung IAB 146 2K All in One LED 146 All in One LED Wall 1.68mm / 2K66'289.68 CHF inkl. MwStauf BestellungZum ProduktBilder: Samsung IAB 146 2K All in One LED 146 All in One LED Wall 1.68mm / 2K (22)
Samsung IAB 110 2K All in One LED 110 All in One LED Wall 1.26mm / 2K49'301.04 CHF inkl. MwStauf BestellungZum ProduktBilder: Samsung IAB 110 2K All in One LED 110 All in One LED Wall 1.26mm / 2K (22)
In unserem Sortiment sind zudem die Modelle IAC 130 und MM015F-A als All-in-One bezeichnet. Die ausgewerteten Samsung-Seiten beschreiben diese beiden Modelle nicht; deren Eckdaten aus unseren Produktdaten entnehmen Sie bitte den Produktkarten.
Bilder: Samsung IAC 130 2K All in One LED 130 All in One LED Wall 1.5mm / 2K (17)
Samsung 345cm (136") LED Signage The Wall All-in-One MM015F-A34'530.80 CHF inkl. MwStverfügbarZum ProduktBilder: Samsung 345cm (136") LED Signage The Wall All-in-One MM015F-A (13)
Pixelabstand und Zahl der Dioden
Jeder Bildpunkt einer LED-Wand besteht aus Leuchtdioden in Rot, Grün und Blau. Der Pixelabstand ist die Entfernung zwischen zwei benachbarten Bildpunkten. Halbiert er sich, passen auf dieselbe Fläche viermal so viele Bildpunkte und damit viermal so viele Dioden. Die 4K-Version mit 0,84 mm trägt auf gleicher Fläche somit rund viermal so viele Dioden wie die 2K-Version mit 1,68 mm.

Jede dieser Dioden muss gefertigt, sortiert, bestückt, elektrisch angebunden und geprüft werden. Fällt eine einzige aus oder leuchtet sie in einem leicht anderen Farbton, sieht man es auf einer grossen Fläche sofort. Diese Arbeit wächst mit der Zahl der Bildpunkte. LCD-Panels entstehen dagegen in sehr grossen Serien, für die es laut Display Daily Überkapazitäten gibt.
Chips, Transfer und Ausbeute: was die Branche sagt
Wie Samsung die Dioden der All-in-One fertigt und welche Chipgrösse zum Einsatz kommt, steht auf den ausgewerteten Herstellerseiten nicht. Aufschlussreich ist aber der Bericht über eine Fachrunde auf der Display Week 2025, den das Fachmagazin Display Daily wiedergibt. Danach hat sich bei MicroLED in zehn Jahren erstaunlich wenig verändert: Die Chips seien weiterhin zu gross und zu teuer. Für den Massentransfer fehle eine Lösung, die kleine Chips, genaue Platzierung, hohe Ausbeute und hohen Durchsatz zugleich liefert.
Als grösste Kostentreiber nannten die Teilnehmer zuerst die Chips selbst, danach den Massentransfer sowie das Erkennen und Reparieren defekter Dioden. Die Chips machten laut den Teilnehmern noch immer über 50 Prozent der Kosten eines Displays aus. Als günstigste Chipgrösse für den Transfer nannte ein Teilnehmer 15 mal 30 Mikrometer. PlayNitride beliefere, so der Bericht, Samsungs Wall-Fernseher mit MicroLEDs.
Ob diese Aussagen auf die hier besprochenen Geräte im Detail zutreffen, belegen die Quellen nicht. Das Prinzip gilt aber für jede LED-Wand: Je mehr Dioden, je kleiner die Chips und je höher die Ausfallrate, desto aufwendiger wird die Fertigung. Die Teilnehmer sagten, die heutigen Volumen rechtfertigten den Bau besserer Transfermaschinen noch nicht. Der Anlagenbauer Aixtron berichtet zudem, viele Kunden konzentrierten sich weiter auf Ausbeute und Prozessentwicklung, statt Anlagen für die Serienfertigung zu bestellen.
Modulbauweise, Kalibrierung und Steuerung
Die All-in-One ist aus Modulen aufgebaut. Beim 110-Zoll-Gerät sind drei vorkonfigurierte Module nötig, beim 146-Zoll-Gerät vier. Samsung nennt für die Montage zu zweit nicht mehr als zwei Stunden, gestützt auf interne Tests. Rückwandplatten, Wandhalterungen und Steuerkasten gehören laut Samsung zum Lieferumfang, zusätzliche Komponenten seien nicht erforderlich. Das 146-Zoll-Gerät wiegt laut Samsung 160 kg, die Wand muss das tragen.

Dazu kommt die Kalibrierung. Für seine LED-Displays beschreibt Samsung unter dem Namen Color Expert LED eine werkseitige Abstimmung der Pixel für einheitliche Farbe und Helligkeit. Mit der Software Color Expert LED lässt sich die Gleichmässigkeit auf Pixelebene statt nur auf Modulebene angleichen, die Kalibrierung arbeitet mit 18-Bit-Farbverarbeitung. Wird später ein Modul getauscht, muss es an seine Nachbarn angepasst werden, die herkömmliche manuelle Kalibrierung kann laut Samsung bis zu einer Stunde dauern. Ob und wie die Software bei der All-in-One genutzt wird, klären Sie am besten vor dem Kauf.
Auch die Bildelektronik gehört zum Preis. Der KI-Prozessor skaliert Inhalte laut Samsung in jeder Grösse bis zu einer Auflösung von 4K hoch. Die Black Seal Technologie soll für einen gleichmässig tiefschwarzen Hintergrund sorgen. Als Zertifizierungen nennt Samsung unter anderem EMC Klasse A und einen niedrigen Blaulichtwert nach TÜV.
Vergleich mit LCD-Videowand und Beamer
Ein LCD ist vor allem bei den Kosten kaum zu schlagen. Display Daily hält fest, LCD-Fernseher mit MiniLED-Hintergrundbeleuchtung hätten ihre Kosten mehr als halbiert. Dafür hat eine LCD-Videowand sichtbare Fugen zwischen den Panels, während LED-Wände fast rahmenlos sind. Ein Beamer ist für grosse Bilder günstig, braucht aber Abstand und meist einen abgedunkelten Raum.
| Kriterium | LED-Wand (All-in-One) | LCD-Videowand | Beamer |
|---|---|---|---|
| Bildaufbau | Selbstleuchtende Dioden | Panels mit Hintergrundbeleuchtung | Projektion auf eine Fläche |
| Fugen | Fast rahmenlos, Modulübergänge werden abgeglichen | Rahmen zwischen den Panels sichtbar | Keine |
| Raumlicht | Eignet sich auch für hellere Räume | Eignet sich auch für hellere Räume | Abdunkelung meist nötig |
| Anschaffung | Hoch | Deutlich tiefer | Am tiefsten bei grosser Bilddiagonale |
| Wartung | Modultausch mit Kalibrierung | Panel- oder Gerätetausch | Lichtquelle und Optik |
Wann lohnt sich der Preis?
Eine LED-Wand lohnt sich, wenn das Bild gross, hell und dauerhaft gebraucht wird und Fugen stören würden. Samsung nennt als Einsatzfelder unter anderem Kontrollräume, Studios, Empfangshallen und Sitzungssäle sowie den Einzelhandel. Der Preis bildet also nicht nur das Gerät ab, sondern die Fertigung sehr vieler Einzelteile und die Abstimmung des Ganzen. Zur Helligkeit gibt Samsung für die 4K-Version einen Spitzenwert von 1’600 nit und einen Maximalwert von 500 nit an.
- Es lohnt sich bei einer dauerhaft sichtbaren Fläche, bei kurzem Betrachtungsabstand und bei hohen Ansprüchen an Gleichmässigkeit.
- Es lohnt sich weniger, wenn die Fläche klein ist, nur gelegentlich genutzt wird oder ein abgedunkelter Raum zur Verfügung steht. Dann reichen LCD oder Beamer oft aus.
- Fragen Sie nach Verfügbarkeit und Lieferzeit, denn bei solchen Anlagen gehören Planung, Montage und spätere Wartung zum Gesamtbild.
- Prüfen Sie vor dem Kauf Tragfähigkeit der Wand, Betrachtungsabstand und Wartungsweg.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Pixelabstand bei einer LED-Wand?
Er beschreibt die Entfernung zwischen zwei benachbarten Bildpunkten. Je kleiner er ist, desto näher können Sie herantreten und desto mehr Dioden braucht die Wand.
Braucht die All-in-One einen externen Steuerkasten?
Nein, laut Samsung ist der Steuerkasten in den Bildschirm eingebaut. Das spart Verkabelung und Platz im Medienschrank.
Wie lange dauert die Montage?
Samsung nennt zu zweit nicht mehr als zwei Stunden, gestützt auf interne Tests. Voraussetzung ist eine Wand, die das Gewicht trägt.
Warum ist LED teurer als LCD?
Eine LED-Wand braucht sehr viele einzelne Dioden, die gefertigt, sortiert, bestückt und abgeglichen werden. LCD-Panels entstehen dagegen in grossen Serien und gelten laut Display Daily bei den Kosten als kaum zu schlagen.
Wann ist ein Beamer die bessere Wahl?
Wenn die Fläche nur gelegentlich genutzt wird und der Raum sich abdunkeln lässt. Für dauerhafte Nutzung in hellen Räumen ist eine LED-Wand meist die passendere Lösung.
Quellen
- The Wall All-in-One | Samsung Business Schweiz, Samsung Electronics, abgerufen am 09.10.2026
- Highlights | The Wall | Samsung Business Schweiz, Samsung Electronics, abgerufen am 09.10.2026
- MicroLEDs Are Not Ready for Prime Time, Display Daily, abgerufen am 09.10.2026
- MicroLED Capital Is Following Millimeters, Not Inches, Display Daily, abgerufen am 09.10.2026
- Color Expert LED | Samsung Business Schweiz, Samsung Electronics, abgerufen am 09.10.2026
Preise und Verfügbarkeit in den Produktkarten stammen tagesaktuell aus unserem Shop.


















































































































