Eine LED-Wand, die als Paket geliefert wird und in wenigen Stunden hängt, wirkt wie ein sehr grosser Fernseher. Der Preis erzählt eine andere Geschichte: Er entsteht aus Millionen einzelner Leuchtchips, aus der Frage, wie diese Chips auf die Platine kommen, und aus der Elektronik, die alles zu einem Bild zusammensetzt. Dieser Beitrag zeigt anhand von LG und Philips, woher die Kosten kommen und wann sich die Anschaffung gegenüber einem grossen Bildschirm oder einem Beamer lohnt.
Was eine All-in-One-LED-Wand ist
Klassische LED-Wände bestehen aus einzelnen Kabinetten, die ein Fachbetrieb aufbaut, verkabelt und mit einem externen Controller einrichtet. Die All-in-One-Ausführungen für Konferenzraum und Empfang nehmen diese Arbeit vorweg. LG beschreibt es so: Das Paket enthalte einen eingebauten Controller und Lautsprecher, es brauche weder Controller-Anschlüsse noch eine Modulkonfiguration. Philips nennt bei der Unite LED 5000 ebenfalls vorkonfigurierte Module in einem Paket, mit vorverdrahteten Stützen und integriertem Steuersystem.

Gemeint ist also kein Bildschirm im herkömmlichen Sinn, sondern eine Wand aus Modulen, die ab Werk so aufeinander abgestimmt sind, dass sie wie ein einzelnes Gerät bedient wird.
Bilder: LG LAPA136-GF LED WALL All-In-One 136 UHD 500 cd/m2, 0.7mm, LED Set (15)
Pixelabstand: warum die Feinheit den Preis bestimmt
Der Pixelabstand ist die Distanz zwischen zwei Bildpunkten in Millimetern. Je kleiner er ist, desto näher dürfen Betrachter vor der Wand sitzen, ohne einzelne Punkte zu sehen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Bauteile stark an. LG gibt für die LAPA136 einen Pixelabstand von 1,56 Millimetern an und eine Dichte von 409’600 Pixeln pro Quadratmeter. Die LAAA007 mit 0,78 Millimetern kommt auf 1’638’400 Pixel pro Quadratmeter, also auf das Vierfache. Halbiert man den Abstand, wächst die Pixelzahl auf gleicher Fläche um den Faktor vier.
Jeder Bildpunkt besteht aus einem roten, einem grünen und einem blauen Chip. Philips führt das bei der Unite LED 5000 als Pixelzusammensetzung 1R1G1B auf. Vier Mal so viele Bildpunkte heissen deshalb vier Mal so viele Chips, die bestückt, geprüft und im Fehlerfall ersetzt werden müssen. Die LAPA136 zeigt 1’920 mal 1’080 Bildpunkte, die LAAA007 auf derselben Fläche 3’840 mal 2’160. Dass beide Wände 136 Zoll gross sind, täuscht über den Unterschied im Innern hinweg.
Bilder: LG LAAA007-G2 LED WALL 136 UHD 500 cd/m2, 0.7mm, LED Set (22)
LG LAAB136BXNA LED WALL All-In-One 163 UHD 500 cd/m2, 0.7mm, Micro LED67'168.67 CHF inkl. MwStderzeit nicht verfügbarZum ProduktBilder: LG LAAB136BXNA LED WALL All-In-One 163 UHD 500 cd/m2, 0.7mm, Micro LED (15)
SMD gegen COB gegen Micro LED: wie die Chips auf die Platine kommen
Bei SMD-Wänden sitzt jeder Chip in einem eigenen kleinen Gehäuse, das auf die Platine gelötet wird. Philips setzt bei der Unite LED 5000 SMD-LEDs mit Nanobeschichtung ein und verspricht damit einen verbesserten Schutz vor Feuchtigkeit und Staub. Das Modul trägt laut Datenblatt den Typ SMD 1212 bei einem Pixelabstand von 1,5 Millimetern.

COB steht für Chip on Board. Hier entfällt das einzelne Gehäuse: Die Chips werden direkt auf der Platine befestigt und von einer gemeinsamen Schicht geschützt. Philips beschreibt bei der Unite LED 7000 die QCOB-Technologie mit verbesserter Helligkeit und Farbgleichmässigkeit, höherer Haltbarkeit und besserer Wärmeableitung. Die glatte Oberfläche lässt sich leichter reinigen. Die LG LASA136BPND führen wir als COB-Ausführung. Weniger Gehäuse und eine geschlossene Fläche sind im Alltag ein Vorteil.
LG geht bei der MAGNIT-Reihe noch einen Schritt weiter. Dort werden laut Hersteller winzige Chips direkt auf die Platine gebondet, kombiniert mit einer schwarzen Beschichtung. Das Ergebnis sei ein tieferes Schwarz als bei SMD-Wänden: Bei herkömmlichen SMD-LEDs gebe die Gehäusefarbe dem Bild einen insgesamt grauen Eindruck, bei Micro LED seien die Flächen neben den Chips schwarz. Für die LAAB136BXNA nennt LG ausserdem Prüfungen des TÜV Rheinland zu Farbkonstanz bei grossem Blickwinkel und zur Klarheit dunkler Bildpartien.
Bilder: LG LASA136BPND LED WALL All-In-One 136 UHD 500 cd/m2, 0.7mm, COB (17)
Helligkeit, Controller und Montage
Auffällig ist, dass LG die Helligkeit der LAPA136 mit 500 Nit nach Kalibrierung angibt, Philips die der Unite LED 5000 dagegen mit 700 Candela pro Quadratmeter nach Kalibrierung, vor der Kalibrierung sogar mit 900. Nit und Candela pro Quadratmeter bezeichnen dieselbe Grösse. Die LAAB136BXNA von LG erreicht typisch 500 und als Spitzenwert 1’600. Mehr Helligkeit verlangt mehr Strom und bessere Kühlung. Die LAPA136 verbraucht maximal 1’300 Watt und gibt dabei bis zu 4’436 BTU pro Stunde als Wärme ab. Bei der Raumplanung ist das keine Nebensache.

Der eingebaute Rechner gehört ebenfalls zum Preis. LG verbaut einen Vierkern-SoC mit webOS, sodass Inhalte ohne separaten Mediaplayer laufen. Philips nutzt Android 11 auf einer schnellen integrierten Plattform und unterstützt die Fernverwaltung über PPDS Wave. Die Unite LED 5000 enthält ausserdem Empfängerkarten der Marke Novastar. Was bei einer klassischen Wand als einzelne Kiste im Rack steht, steckt hier im Gerät.
Bei der Montage zeigen sich die Unterschiede der Bauarten. Philips nennt für die Unite LED 5000 eine Installation innerhalb von eineinhalb Stunden mit zwei Personen. Die Unite LED 7000 aus vier Modulen soll in weniger als einer Stunde hängen. LG beschreibt bei der LAPA-Reihe drei Kabinette, die an der Wand befestigt werden, danach die LED-Module und zuletzt das Netzkabel. Bei einem Defekt an LED-Modul oder Systemplatine erfolgt der Service von vorne, das LED-Modul lässt sich mit dem mitgelieferten magnetischen Werkzeug ohne Verkabelung tauschen. Das spart bei einer Wand im Empfang Servicezeit. Auch das Gewicht gehört in die Planung: Die LAPA136 wiegt 108,5 Kilogramm, die LAAA007 mit Stahlgehäuse 190. Die Wand muss das tragen.
Bilder: Philips LED All-In-One 135HDL5015IA/00 135, AIO LED, 5000 Serie, 1.5mm, 16:9 (3)
Philips LED All-In-One 110HDL7012IA/00 110, AIO LED, 7000 Serie, 1.2mm, 16:924'477.57 CHF inkl. MwStauf BestellungZum ProduktBilder: Philips LED All-In-One 110HDL7012IA/00 110, AIO LED, 7000 Serie, 1.2mm, 16:9 (2)
LG LAPA163-GF LED WALL All-In-One 163 UHD 500 cd/m2, 0.7mm, LED Set23'178.34 CHF inkl. MwStverfügbarZum ProduktBilder: LG LAPA163-GF LED WALL All-In-One 163 UHD 500 cd/m2, 0.7mm, LED Set (6)
Die grössere LAPA163 gibt es mit 1,88 Millimetern Pixelabstand, die LAEC015 gehört zu den Rahmenbausätzen und wird laut Produktdaten mit einem Videowand-Controller geliefert. Sie ist damit näher an der klassischen Bauweise als an den Paketlösungen.
Vergleich mit grossem LCD und Beamer
Ein grosser LCD-Bildschirm ist die naheliegende Alternative. LG führt ein Modell mit 105 Zoll, 5’120 mal 2’160 Bildpunkten und einer typischen Helligkeit von 440 Nit. Die LED-Wände sind mit 136 und 163 Zoll deutlich grösser und erreichen je nach Modell mehr Helligkeit. Ein LCD hat zudem einen Rahmen, der bei diesem LG-Modell an jeder Seite 18 Millimeter misst. Eine LED-Wand wird dagegen aus Modulen zusammengesetzt, und die LAPA-Reihe lässt sich laut LG mit bis zu 10 Wänden nebeneinander anordnen.
Der Beamer ist in der Regel die günstigste Lösung pro Quadratmeter Bildfläche. LG nennt für seine ProBeam-Laserprojektoren bis zu 7’000 ANSI-Lumen, Bildgrössen von 40 bis 300 Zoll und eine Lebensdauer der Lichtquelle von bis zu 20’000 Stunden. Lumen und Nit lassen sich nicht direkt vergleichen, weil Lumen das Licht des Projektors und Nit die Leuchtdichte des Schirms beschreibt. Praktisch gilt: Ein Beamer braucht einen abdunkelbaren Raum oder eine sehr starke Lichtquelle. Eine LED-Wand leuchtet selbst, erzeugt aber Wärme und Stromkosten. Die Lebensdauer der LED-Chips gibt LG bei der LAPA136 mit 100’000 Stunden bis zur halben Helligkeit an.
| Lösung | Bauart | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| LED All-in-One | SMD, COB oder Micro LED | selbstleuchtend, sehr grosse Fläche | Gewicht, Wärme, Anschaffung |
| Grosses LCD | Flüssigkristall | feine Auflösung aus der Nähe | Bildgrösse und Rahmen |
| Laserbeamer | Projektion | günstig pro Fläche, flexible Grösse | Umgebungslicht, Lichtquelle nutzt sich ab |
Wann sich die Anschaffung lohnt
Eine LED-Wand lohnt sich, wenn die gewünschte Bildfläche die Grösse der grössten LCD-Bildschirme übersteigt, wenn das Bild bei Tageslicht bestehen muss und wenn Sie keine sichtbaren Rahmen zwischen mehreren Bildschirmen wollen. Typische Fälle sind Empfangshallen, Auditorien und grosse Sitzungsräume mit Fensterfront. Wer mit einem Raum von normaler Grösse auskommt, ist mit einem LCD in aller Regel günstiger bedient. Wer den Raum abdunkeln kann und nur gelegentlich präsentiert, kommt mit einem Beamer am billigsten weg.

Für die Wahl innerhalb der LED-Wände zählt zuerst der Betrachtungsabstand. Je näher das Publikum sitzt, desto kleiner muss der Pixelabstand sein, und desto stärker steigt der Preis. Die COB-Ausführung spielt ihre Stärke dort aus, wo die Wand oft gereinigt wird. Fragen Sie vor dem Kauf ausserdem nach dem Betriebsstundenrahmen des Modells: Die Angaben in unseren Produktdaten reichen je nach Gerät von 16/7 bis 24/7 und gehören in die Planung. Unsere Fachberatung hilft Ihnen, Raum, Abstand und Gerät aufeinander abzustimmen.
Häufige Fragen
Was bedeutet All-in-One bei einer LED-Wand?
Controller, Lautsprecher und Betriebssystem stecken im Gerät. LG nennt dafür den eingebauten Controller, der weder Controller-Anschlüsse noch eine Modulkonfiguration verlangt.
Was ist der Unterschied zwischen SMD und COB?
Bei SMD sitzt jeder Chip in einem eigenen Gehäuse, bei COB direkt auf der Platine unter einer gemeinsamen Schutzschicht. Philips nennt für die QCOB-Technologie höhere Haltbarkeit und bessere Wärmeableitung.
Warum kostet ein kleiner Pixelabstand so viel mehr?
Halbiert man den Abstand, vervierfacht sich die Zahl der Bildpunkte und damit der Chips. LG gibt für 0,78 Millimeter eine Dichte von 1'638'400 Pixeln pro Quadratmeter an, für 1,56 Millimeter 409'600.
Reicht für einen Sitzungsraum ein LCD statt einer LED-Wand?
Oft ja. Ein LCD wie das 105-Zoll-Modell von LG ist für normale Räume die einfachere Wahl. Die LED-Wand lohnt sich bei sehr grossen Flächen und viel Umgebungslicht.
Wie lange dauert die Montage?
Philips nennt für die Unite LED 5000 eineinhalb Stunden mit zwei Personen. Planen Sie Wandstatik und Anschlüsse vorher ein.
Quellen
- LG LED All-in-One LAPA136, LG Electronics, abgerufen am 09.10.2026
- LG MAGNIT All-in-One LAAA007, LG Electronics, abgerufen am 09.10.2026
- LG MAGNIT All-in-One LAAB136BXNA, LG Electronics, abgerufen am 09.10.2026
- Philips Unite LED 5000 All-in-One 135HDL5015IA/00, Philips (PPDS), abgerufen am 09.10.2026
- Philips Unite LED 7000 110HDL7012IA/00, Philips (PPDS), abgerufen am 09.10.2026
- LG Stretch Signage 105BM5P, LG Electronics, abgerufen am 09.10.2026
- LG ProBeam for Corporate, LG Electronics, abgerufen am 09.10.2026
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